Mitten im Städtle, mitten im Leben: Die „Alltagsmenschen“ in Tiengen
Von Juli bis Oktober wird Tiengen zur Freiluftgalerie: Die beliebten „Alltagsmenschen“ sind in diesem Zeitraum an verschiedenen Orten im Städtle zu sehen. Eröffnet wird die Ausstellung am 11. Juli im Rahmen des Städtle-Aperos. Damit zieht eine Kunstaktion in die Innenstadt ein, die den öffentlichen Raum auf besondere Weise belebt und den Blick auf das Alltägliche neu schärft.
Die lebensgroßen Figuren stehen, sitzen, schauen, warten oder begegnen einander – scheinbar beiläufig und doch mit großer Wirkung. Genau darin liegt die Idee der „Alltagsmenschen“: Sie rücken das Gewöhnliche in den Mittelpunkt und erzählen von Nähe, Begegnung und den kleinen Momenten, die Menschen miteinander verbinden. Die Figuren sind bewusst nahbar gestaltet und frei im öffentlichen Raum platziert – dort, wo Menschen unterwegs sind, wo Alltag stattfindet und wo Kunst ohne Schwelle erlebbar wird.
Entwickelt wurde die Werkreihe in den 1990er Jahren von Christel Lechner. Seit 2017 liegt die künstlerische Leitung des Ateliers Lechnerhof bei Laura Lechner, die die Alltagsmenschen mit ihrer eigenen Handschrift weiterentwickelt. Als Meisterschülerin von Peter Doig an der Kunstakademie Düsseldorf bringt sie ein feines Gespür für Farbe, Komposition und Ausdruck in die Arbeiten ein. Ihre Kunst verleiht den Figuren Lebendigkeit und Tiefe, ohne ihnen ihre Bodenständigkeit zu nehmen.
Im Mittelpunkt der Tiengener Ausstellung steht die Gruppe „Die Tanzenden“, die im Schlossgarten zu sehen sein wird. Sie verkörpert Bewegung, Leichtigkeit und Lebensfreude – und setzt damit einen starken, einladenden Akzent an einem der schönsten Orte der Stadt. Ebenfalls dabei ist der „Fernglasmann“, dessen Blick auf eines der Wahrzeichen Tiengens gerichtet ist: den Storchenturm. So entsteht ein spannender Dialog zwischen Kunstwerk und Stadtbild.
Weitere markante Arbeiten ergänzen die Ausstellung: Die Gruppe „Tor zur Welt“, die derzeit noch in Hamburg „sitzt“, wird in Tiengen auf der Schlossmauer Platz nehmen. Hinzu kommen weitere Figuren und Gruppen, wie etwa die „Jubelpfanne“ oder auch die „Männerfreundschaft&ldquo. Gemeinsam schaffen sie im Stadtraum immer wieder neue, überraschende Situationen – mal humorvoll, mal still, mal nachdenklich.
Die „Alltagsmenschen“ stehen seit vielen Jahren für Kunst im öffentlichen Raum, die ohne große Worte auskommt und dennoch viel erzählt. Sie laden dazu ein, kurz stehen zu bleiben, genauer hinzusehen und Vertrautes mit neuen Augen zu betrachten. Damit passt die Ausstellung in besonderer Weise nach Tiengen: zwischen historischen Mauern, lebendigen Plätzen und dem besonderen Flair des Städtles entfalten die Figuren ihre Wirkung im unmittelbaren Miteinander mit den Menschen vor Ort.
Mit der Ausstellung erhält Tiengen von Juli bis Oktober einen kulturellen Impuls, der weit über den ersten Blick hinausgeht. Die „Alltagsmenschen“ machen das Städtle für einige Monate zu einem Ort der Begegnung, der Kunst und des Innehaltens – mitten im Alltag.
Hier werden die Alltagsmenschen zu sehen sein:
Stadtplan mit den Standortorten
Die Kunstaktion wird auf Anregung der Aktionsgemeinschaft Tiengen anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens in Zusammenarbeit mit dem Citymanagement der Stadt Waldshut-Tiengen umgesetzt. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus.